Achtsamkeit für Kinder

Achtsamkeit und Meditation unterscheidet sich grundlegend von allem, was du in der Welt lernst. Normalerweise lernen wir immer in der Absicht uns zu verbessern. Aber bei Achtsamkeit geht es überhaupt nicht ums Verbessern. Es geht darum zu bemerken, dass du schon perfekt bist, so wie du bist.

Jon Kabat-Zinn

Warum Achtsamkeitsübungen für Kinder

Kinder spielen oft mit Hingabe und in sich versunken. Hingabe hat viel mit Achtsamkeit zu tun. In dem Moment, wenn Kinder in die Schule kommen und mit dem Vergleichen, dem Bewerten, den vielen neuen Eindrücken und Technologien konfrontiert werden, verändert sich ihre Wahrnehmung von sich selbst und von der Welt. Sie sind oft abgelenkt und lassen sich von allem möglichen beeinflussen - in ihrer Meinung, ihrer Weltsicht, ihrem Gefühlsleben. - In der Pubertät geht das emotional nochmal alles durcheinander.

 

In diesen Phasen kann es für Kinder hilfreich sein, wenn sie einen Ort in sich kennen, der sicher ist, an dem sie vollkommen ok sind, an dem sie unverletzbar und gut sind, egal, was die anderen sagen. Es kann hilfreich sein, wenn sie wissen wie wohltuhend es sein kann, bei starken Emotionen für einen Moment die Augen zu schließen, tief zu Atmen und die Gefühle anzuerkennen anstatt sie zu verdrängen oder z.B. Verletztheit in Wut zu verwandeln. Für ein Kind ist es sehr wertvoll, die innere Stille und die wache Präsenz zu kennen und abrufen zu können, wenn es für sie unterstützend ist.

 

Für Kinder und Jugendliche kann die geübte achtsame Haltung ein wunderbares Werkzeug sein, um gesund zu bleiben und ein zufriedenes Mitglied der Gesellschaft zu sein. Durch die Achtsamkeitsübungen erfahren sie Unterstützung beim Lernen, im Umgang mit Stress, mit starken Gefühlen, mit Ängsten oder Süchten.

 

Der achtsam-vorbildhafte Umgang der Eltern und die gemeinsame Praxis mit Kindern kann helfen, dass sie ihre Offenheit, ihre Neugier und ihre liebende Art behalten. Diese unvoreingenommene Einstellung dem Leben gegenüber, die wir an dem kleinen Kind so sehr bewundern, und die wir zu vermissen beginnen, sobald sie größer werden.

 

Auf meiner Facebookseite sammle und verlinke ich immer wieder aktuelle Informationen über Achtsamkeit mit Kindern und über Initiativen und Bewegungen weltweit, v.a. in den USA und in Deutschland. Mindfulness Berlin@facebook

 

Arbeitsgruppe "Achtsamkeit und Mitgefühl in Schule und Kita"


Die Berliner Arbeitsgruppe "Achtsamkeit und Mitgefühl in Schule und Kita" trifft sich regelmäßig alles 6 Wochen zu Diskussion, Austausch, Übungen machen, Connecten uvm.

 

Wir freuen uns über jeden, der gern mitmachen möchte - z.B. Lehrer, Erzieher, Eltern, MBSR- oder Achtsamkeitslehrer...

 

Anmeldung und Infos hier.

Wir, Cecile und Sarina, beschäftigen uns mit den Themen Achtsamkeit und Mitgefühl und engagieren uns beruflich dafür, dass diese wertvollen Fähigkeiten auch an Kinder in Berliner Schulen, Horts und Kindergärten weitergegeben wird.

Hier findet ihr einige Infos über Ceciles bereits laufendes Projekt:
Happy Panda Project 

 

Achtsamkeit in der Schule

Achtsamkeit in Berliner Schule - für Schüler und Lehrer!

August 2014. Eine Grundschule bekommt für ein halbes Jahr ein systematisches Achtsamkeitstraining von mir und Cecile vom Happy Panda Project. Finanziert über das Berliner Bonus-Programm. Tausend Dank an Hanna, die mir ihr Vertrauen geschenkt und es in die Wege geleitet hat. Es ist toll, wie schnell so ein Projekt umgesetzt werden kann, wenn informierte, begeisterte Lehrerinnen eine offene und feinfühlige Schulleiterin haben!

Wir unterrichten drei dritte Klassen, 1x pro Woche 40 Minuten in 15 Sitzungen. Die Lehrer bekommen einen Einführungsworkshop und drei Vertiefungsworkshops für eine eigene Praxis, außerdem Anleitung und Anregung für die Praxis mit den Kindern. Drei Lehrer besuchen bei mir einen MBSR Kurs und vertiefen so ihr Verständnis der Achtsamkeitspraxis.

 

Es war toll! Danke an alle, die das möglich gemacht haben.

 

 

Juli 2016

 

Inzwischen haben wir noch einige weitere Berliner Schulen besucht und Kinder und Lehrer geschult. Darunter sind die Havelmüller Grundschule in Tegel und das Georg Büchner Gymnasium in Lichtenrade.

 

Wir freuen uns und sind sehr dankbar, dass es überall immer wieder interessierte, wache und offene Menschen gibt, die den Sinn von Entschleunigung, Einsicht, Ruhe und bewusster Wahrnehmung zu schätzen wissen!

 

 

 

„Wenn also gerade ab dem zehnten, elften Lebensjahr mit der Entwicklung des Frontalhirns die Fähigkeit zur Selbstreflexion einhergeht, dann ist dies eine gute Zeit, die Schüler mit Übungen in Achtsamkeit bekannt zu machen. Hierbei erhalten sie Werkzeuge zur Selbstregulation. Wer als Fünftklässler mit einfachen Übungen gelernt hat, achtsam zu sein, in den Körper hineinzuspüren und sich von dem inneren Selbstgespräch zu distanzieren, ist für den Sturm der Pubertät und die Schwierigkeiten des Lebens besser gerüstet.“

Vera Kaltwasser

Muss mein Kind meditieren?  - von Susan Kaiser Greenland

Muss mein Kind meditieren?  -  Ein entspannter und spielerischer Ansatz hilft mehr als Grenzen und Zwang - von Susan Kaiser Greenland

 

Sollten Kinder meditieren? Ist das der Weg, wie sie achtsam mit sich und der Welt umgehen können? Egal in welchem Alter, manche Kinder können und wollen einfach still sitzen und andere nicht. Die Fähigkeit eines Kindes, zu meditieren, schwankt und hängt mit seinem Vermögen zusammen, seine Aufmerksamkeit zu steuern und aufrechtzuerhalten.

 

Es gibt aber Möglichkeiten unseren Kindern dabei zu helfen dieses Vermögen auszubauen – und dazu brauchen wir sie weder zu zwingen, noch zu drängen ... 

 

Transformieren, statt kontrollieren

Achtsames Gewahrsein hängt nicht davon ab, ob man einen friedlichen Geisteszustand erlangt. Viele Male habe ich für ausgedehnte Zeit auf einem Kissen gesessen und nichts erreicht, was einem ruhigen, konzentrierten Geisteszustand auch nur nahe käme. Das ist kein Versagen, sondern ein integraler Bestandteil des Prozesses der Entwicklung von Achtsamkeit. Es passiert jedem. Bei achtsamer Introspektion kommt es darauf an, dem Gewahrsein entgegenzubringen, was im eigenen Geist und Körper geschieht (seinen Gedanken, Emotionen und körperlichen Empfindungen beispielsweise). Seinen Geist nicht zu kontrollieren, sondern zu transformieren.

 

Es ist eine prozessorientierte Praxis. Dies steht im diametralen Gegensatz zum Schultag, an dem Kinder häufig dazu gezwungen sind, jedes bisschen ihrer Energie auf ein statisches, starres Ziel zu richten, das oft mittels standardisierter Testergebnisse gemessen wird. Achtsamkeit beinhaltet eine andere Betrachtungsweise des Lernens als die, die hinter dem Ansatz steht, nach dem in den meisten Schulen unterrichtet wird, und ich habe gesehen, wie sie die Lernfreude bei Kindern fördert.

 

Den ganzen Artikel bei "Mit Kindern wachsen" findest du hier

 

Ich empfehle euch das wirklich gute Buch von der Autorin, mit vielen tollen Ideen:

Wache Kinder - Wie wir unseren Kindern helfen, mit Stress umzugehen und Glück, Freude und Mitgefühl zu erleben

 

 

Meine Buchempfehlungen

Heidi Andersen /Anna-Maria Stawreberg: Achtsamkeit für Eltern

 

Nils Altner: Achtsamkeit im Kindergarten

 

Nils Altner: Achtsam mit Kindern leben

 

David Fontana/Ingrid Slack: Mit Kindern meditieren

 

Daniel Hughes/ Johnathan Baylin: Das einfühlsame Elterngehirn

 

Helle Jensen: Hellwach und ganz bei sich 

 

Susan Kaiser-Greenland: Wache Kinder

 

Vera Kaltwasser: Achtsamkeit in der Schule

 

Vera Kaltwasser: Persönlichkeit und Präsenz - Achtsamkeit im Lehrerberuf 

 

Daniel Siegel/ Tina Bryson: Achtsame Kommunikation mit Kindern


Lienhard Valentin: Die Kunst gelassen zu erziehen

 

Myla und Jon Kabat Zinn: Mit Kindern wachsen

 

Diana Winston: Siddharta wird erwachsen: Wie man mit Buddhismus die Pubertät überlebt

 

Thich Nhat Hanh: Achtsamkeit mit Kindern

 

Zu letzterem hier die Rezension von meiner Kollegin Vera Kaltwasser, Autorin von "Achtsamkeit in der Schule"

Hervorragend und anrührend! - Thich Nhat Hanhs Bücher begleiten mich schon seit Jahren. Gerade lese ich sein neues Buch "Fear", das sehr zu empfehlen ist, und jetzt möchte ich unbedingt auf dieses wunderbare Buch aufmerksam machen. Es lohnt sich rundum. Die Haltung der Achtsamkeit ist eine umfassende Art, in der Welt zu sein, sich selbst und andere zu verstehen, die eigenen erworbenen Muster zu erkennen, auch wahrzunehmen, wie wir uns oft selbst die Hölle heiß machen. In diesem Buch versteht es der Autor meisterlich klar zu machen und Beispiele dafür zu bringen, wie Kinder in ihrer Grundhaltung des Staunens unterstützt und ermutigt werden könne, wie sie lernen können ihre Selbstwahrnehmung zu verfeinern und ihre Egobestrebungen zu bemerken. Diese geschärfte Einsicht verändert schon die eigene Haltung und die Wertschätzung für den Anderen. Gut finde ich auch, welchen Stellenwert Geschichten spielen. In meiner eigenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erfahre ich, wie kostbar und hilfreich die Haltung der Achtsamkeit ist - gerade in unserer heutigen Welt der Reizüberflutung und Virtualisierung. Die Kraft der Stille und Selbstbesinnung kann hier ein Gegengewicht bilden."

 

Zitate

»Beziehung spielt sich zwischen Menschen in einem bestimmten Augenblick, in einer einzigartigen Situation einmalig und persönlich ab. Dieselbe Situation, dieselbe Stimmung mit genau denselben Vorgeschichten gab es noch nie und wird es nie wieder geben. Beziehung findet immer im Moment statt und ist umso authentischer, je präsenter die beteiligten Menschen für die Wahrnehmung ihrer eigenen Gefühle und Impulse sind und je offener sie für den Ausdruck ihrer Gegenüber sind. Gedanken an eine erzieherische Zielsetzung dämpfen die gleichzeitige Präsenz für die Wahrnehmung, machen das Gegenüber weniger spürbar.
Das Kind wird auf das eingehen, was ihm entgegen kommt: Ist es eine unpersönliche, auf Erziehung gerichtete Äußerung, wird es nicht auf den Erwachsenen reagieren, sondern auf die erzieherische Absicht. Missachtet diese die Integrität des Kindes, rebelliert das Kind entweder oder es unterwirft sich und verletzt seine eigene Integrität. Kommt dem Kind eine persönliche und authentische Äußerung entgegen, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass das Kind ebenfalls persönlich und authentisch reagiert. Authentische Beziehungen wirken immer erzieherisch. Aus diesem Grund ist Erziehung im Grunde genommen überflüssig.«
Daniel Hunziker

"Rechte Erziehung beginnt mit dem Erzieher, der sich selbst verstehen und von schematischem Denken befreien muss – denn was er ist, überträgt er auf andere. Wenn wir uns selbst nicht verstehen, wenn wir unsere Beziehung zum Kinde nicht erfassen – wie können wir dann überhaupt eine neue Art von Erziehung einführen?"

Jiddu Krishnamurti

"Lehrerinnen und Lehrer können vor allem dann mehr Ruhe in die Klasse bringen, wenn sie selber Ruhe ausstrahlen. Angesichts der psychischen Belastung in unserer Kultur und insbesondere im Lehrerberuf ist es sinnvoll, wenn sie nicht nur die Ferien zur Erholung nutzen, sondern auch in den Monaten, in denen sie unterrichten, etwas für ihre Entspannung tun. Da die Lehrerpersönlichkeit entscheidend zum Erfolg oder Misserfolg des Unterrichts beiträgt, gehören nicht nur die fachliche Aufbereitung des Unterrichtsstoffes, sondern auch das bewusste Bemühen um die eigene innere Ruhe zur Unterrichtsvorbereitung."

Isolde Lenniger, Dip.-Psych., Erwachsenenbildung in Berlin

"Meditation, Atemübungen, Vorstellungsübungen im entspannten Zustand können die seelische Gesundheit erheblich fördern. Sie fördern die innere Ruhe und Entspannung, lassen uns die Bedeutung von Ereignissen besser für uns selbst sehen ... Und wenn wir als Lehrer einmal am Tag oder auch in fast jeder Unterrichtsstunde 1 bis 5 Minuten lang derartige Übungen im Klassenraum mit unseren Schülern gemeinsam machen, so fördern wir die seelische Gesundheit von uns und unseren Schülern. Wir ermöglichen es den Schülern, mehr in sich selbst zentriert zu sein. Und falls die Zeit zu knapp sein sollte: Auch nur eine Minute lang das Bewusstsein auf die eigene Atmung zu zentrieren ist hilfreich. Diese Übungen sind nicht Selbstzweck. Sie können wesentlich dazu beitragen, dass wir meditativer in unserem Alltag leben, mit einem größeren Bewusstsein für das, was wir in jedem Moment fühlen und tun. Die Auswirkungen für das seelische und soziale Klima in einer Schule würden enorm sein, wenn Lehrer in ihren Klassen kurze Zeit diese Übungen machten und selbst mehr meditativ leben würden."

Reinhard Tausch, Psychologe, Wegbereiter der Gesprächspsychotherapie in Deutschland

"It 's always a privilege to share with children about meditation and other practices that explore their own healing capacities, because even in the most seemingly unwilling of children, there is recognition, there is gratitude for the space created for them to be curious about their own innermost experience. Kids get it. Even if they say they don't, somewhere in their body, the body gets it. And never forgets it."

Elena Brower

Achtsamkeitsprogramme: mindful schools & Co

In den USA gibt diverse Organisationen, die Achtsamkeitsprogramme für Kinder und Jugendliche entwickelt haben, darunter z.B. www.mindfulschools.org Sie gehen 2x die Woche für 12 Wochen in die Klassen und üben achtsames Hören, Fühlen, Denken, Körperempfindungen wahrnehmen. Die Kinder lieben diese Übungen und geben erstaunliches Feedback.

Malik on his mindfulness experience

Kati Ku on her mindfulness experience

 

Hier in diesem Video wird die Arbeit von der britischen Organisation .b (dot be) vorgestellt. Sie arbeiten vorwiegend mit Jugendlichen und nutzen dazu moderne Technologien, um die Teens anzusprechen und zu informieren.

 

http://www.youtube.com/watch?v=6mlk6xD_xAQ

 

Die Seite der Organisation: http://mindfulnessinschools.org/

foto: iBme
foto: iBme

Eine andere Organisation, stellt ihre Arbeit mit Teenagern hier vor:  

 

Inward Bound Mindfulness Education (iBme) students and staff describe their experiences practicing mindfulness.

Infos Online & per Videos

foto: AME
foto: AME

Die Organisation AME unterstützt Achtsamkeitstraining für Kinder und stellt Resourcen bereit ...

 

Association for Mindfulness in Education AME is a collaborative association of organizations and individuals working together to provide support for mindfulness training as a component of K-12 education. We are committed to furthering training and research in this field.

 

Mindfulness is paying attention here and now with kindness and curiosity. Mindfulness reconnects students to their five senses, bringing them into a moment to moment awareness of themselves and their surroundings. Research shows that mindfulness increases attention skills, reduces test anxiety, and improves emotional regulation. Learn more

 

 "Good teachers share one trait: they are truly present in the class room, deeply engaged with their students and their subject...(they) are able to weave a complex web of connections among themselves, their subjects, and their students, so that their students can learn to weave a world for themselves. The connections made by good teachers are held not in their methods but in their hearts." Parker Palmer, The Courage to Teach

 

  • Vortrag von Jon Kabat-Zinn über Achtsamkeit in der Erziehung an der University Berkley, California - mindfulness in education
  • Projekt mit Achtsamkeit mit Jugendlichen von Soryu Forall Mind The Music
  • Samen sähen - Film Planting Seeds, hoffentlich bald zu sehen! hier gehts zum Trailer

Frage eines Teenagers: "Wenn du ein Mädchen gut findest, willst du sie kennenlernen und willst, dass sie dich kennenlernt. Du willst wissen, wer sie wirklich ist und du willst, dass sie weiß, wer du wirklich bist. Aber jedes Mal wenn du in ihrer Nähe bist, verhälst du dich wie jemand anderes. - Warum passiert das?" Antwort von Soryu Forall: "Das ist eine gute Frage. Ich kann dir nur diese Techniken geben, um der Frage weiter nachzugehen, sie weiter zu erforschen. Wenn du das machst, wird aus der Frage die Antwort."

 

Mit Kindern wachsen - achtsam Eltern sein

"Eltern dürfen im EntdeckungsRaum einfach da sein und in aller Ruhe beobachten. Sie sind eingeladen, sich auf den Rhythmus ihrer Kinder einzulassen und nach Phasen der einfühlsamen Beobachtung über alle Fragen zu sprechen, die im Alltag mit Kindern entstanden sind. Je nach Interesse geht es um die eigenständige Bewegungsentwicklung, um Spielen und Lernen im eigenen Tempo, einschlafen und aufwachen, schlafen im Familienbett, Weinen achtsam begleiten, respektvolle Pflege, Stillen, Fläschchen und erste Kost. Kleine Achtsamkeitsübungen unterstützen Eltern darin, auch im manchmal stressigen Alltag immer öfter gelassen und im wohlwollenden Kontakt mit ihrem Kind und sich selbst zu bleiben." Julia Grösch

 

Du musst deinem Kind nichts beibringen. Du musst keinen Schnickschnack mehr kaufen. Du musst gar nichts tun. Ihr könnt beide einfach leben und euch an der Beziehung erfreuen, die sich zwischen euch entwickelt.  Magda Gerber

 

Diesen Text und viele andere zum Thema Eltern-Kind Beziehung findest du auf Julias Blog!

 

Eine Liste der EntdeckungsRäume im deutschsprachigen Raum findest du hier.

 

In Berlin-Eberswalde gibt es den ersten EntdeckungsRaum und weitere Angebote für Eltern/ werdende Eltern, von und mit Anne www.neue-wege-mit-kindern.de

 

Achtsame Spielräume für Kinder - Emmi Pikler

"Der SpielRaum ist ein Entdeckungsraum für Kinder und Erwachsene. Hier können die Kinder in Begleitung ihrer Eltern oder ihrer Erzieherinnen selbständig die vorbereiteten Spiel- und Bewegungsmaterialien für sich entdecken und erkunden und soziales Verhalten im Miteinander entwickeln."
Grundlagen der Arbeit sind vor allem die Erfahrungen und Forschungsergebnisse der ungarischen Kinderärztin EMMI PIKLER (1902-1984), der Kinderpsychologin und Direktorin des Pikler-Instituts ANNA TARDOS (Budapest) und der Bewegungspädagogin UTE STRUB (Emmi-Pikler-Haus e.V., Berlin).

 

Grundprinzipien von Emmi Piklers Arbeit

 

„Schon der Säugling ist ein ganzer Mensch - kein defizitäres Wesen, dem man etwas 'beibringen' muss. Achtet man seine Würde als ebenbürtiger Mensch, sind wir bereit zu kooperieren statt zu kontrollieren, dann öffnen sich auch für die Erwachsenen, den scheinbar fertig entwickelten Menschen, ungeahnte Wachstumspotentiale."

Auf der Suche nach Orientierung kann die mehr als sechzigjährige, praktische Erfahrung des ‚Lóczy’ hilfreich sein, denn Emmi Pikler hat gezeigt, dass es möglich ist, sowohl in der Familie als auch in einer Institution den achtsamen, respektvollen Umgang mit Kindern Wirklichkeit werden zu lassen.” Elisabeth C. Gründler

 


Spielräume in Berlin findest du hier.

 

Was brauchen Kinder? - von Nils Altner

Was brauchen Kinder ganz besonders, um glücklich aufzuwachsen?

 

"Sie möchten vor allem von uns gesehen werden. Das Leuchten in unseren Augen nährt ihre Seele. Sie erhalten dadurch die Bestätigung: „Ja, ich hab dich lieb. Ich bin glücklich, dass du lebst, und ich freue mich über dieses Wunder.“ Wenn diese Botschaft das Leben unserer Kinder von Anfang an begleitet, dann stehen die Chancen gut, dass sie später weder von nagenden Selbstzweifeln noch von zwanghaftem Ehrgeiz gepeinigt werden. Kinder brauchen lebendige Beziehungen in der Familie, im Kindergarten und in der Schule.

Wenn wir nicht wirklich präsent für sie sind, leiden sie Mangel und sind sich ihrer selbst unsicher. Die große Frage, die dann ihr Leben bestimmt, lautet: „Was muss ich tun, damit Papa, Mama oder die Lehrerin mich wirklich sehen?“ Wenn das Kind eine Antwort darauf findet, wird dieses Tun für sein Leben über die Maßen wichtig, und es wird sich fortan darüber definieren. Findet es keine Antwort, dann wird es sich wertlos fühlen und immer wieder abgrundtief traurig sein. Wie wir als Erwachsene uns auf das Kind beziehen und uns ihm gegenüber verhalten, welche Botschaften wir ihm über sich selbst, über uns und die Welt vermitteln, trägt entscheidend dazu bei, wie es sich in diesem Moment und in der Zukunft erlebt und verhält."

 

Nils Altner, Autor vom Buch "Achtsam mit Kindern leben", ganzer Artikel auf der Seite  hier

Übungen zur Entwicklung von Achtsamkeit in der Familie

 

 von Myla Kabat-Zinn

 

Im Alltag passiert es schnell, dass wir die Verbindung zu uns selbst und unseren Kindern verlieren. Achtsamkeit hilft uns dies zu bemerken und die Verbindung wieder herzustellen. Zwölf Anregungen wie wir Achtsamkeit in der Familie stetig entwickeln können um bewusster im Umgang mit unseren Kindern zu werden...

 

1. Wer ist dieses Kind?

Versuchen Sie, sich die Welt aus der Perspektive Ihres Kindes vorzustellen und sich dabei bewusst von Ihrer eigenen Sichtweise zu lösen. Tun Sie das jeden Tag wenigstens ein paar Augenblicke lang, um sich daran zu erinnern, wer dieses Kind ist und womit er oder sie in der Welt konfrontiert wird.

 

2. Wie wirke ich auf mein Kind?

Stellen Sie sich vor, wie Sie auf Ihr Kind wirken oder wie Sie in seinen Ohren klingen – auf das Kind, das Sie heute, in diesem Augenblick, zur Mutter oder zum Vater hat. Wie könnte sich das darauf auswirken, wie Sie in Ihrem Körper zuhause sind und sich im Raum bewegen, wie auf Ihre Art zu sprechen und auf das, was Sie sagen? Wie möchten Sie zu Ihrem Kind in diesem Augenblick in Beziehung treten?

 

3. Die Vollkommenheit sehen

Üben Sie sich darin, Ihre Kinder, so wie sie sind, als vollkommen zu sehen. Versuchen Sie, sich in jedem Augenblick ihrer Souveränität bewusst zu bleiben, und arbeiten Sie daran, dass Sie sie so annehmen können, wie sie sind – auch in Situationen, in denen Ihnen dies besonders schwerfällt.

 

4. Sich Erwartungen bewusst machen

Bringen Sie sich Ihre Erwartungen Ihren Kindern gegenüber zu Bewusstsein, und überlegen Sie sich, ob diese wirklich zu ihrem besten sind. Versuchen Sie sich auch wahrzunehmen, wie Sie diese Erwartungen vermitteln und welchen Einfluss sie auf Ihre Kinder haben.

 

5. Eine selbstlose Haltung nähren

Üben Sie sich in einer selbstlosen Haltung, indem Sie die Bedürfnisse Ihrer Kinder, wann immer möglich, über Ihre eigenen stellen. Versuchen Sie dann zu sehen, ob es vielleicht doch gemeinsamen Boden gibt, so dass auch Ihre eigenen wahren Bedürfnisse erfüllt werden können. Sie werden möglicherweise überrascht sein, wie viele Überschneidungen es tatsächlich gibt, insbesondere, wenn Sie geduldig sind und sich um ein Gleichgewicht bemühen.

 

6. Stehe still...

Halten Sie inne, wenn Sie das Gefühl haben, Sie hätten sich verirrt, so wie es David Wagoner in seinem Gedicht „Lost“ beschreibt:

„Der Wald atmet. …“ Lassen Sie seine Botschaft zu sich sprechen: „Der Wald weiß, wo du bist. Du musst nur zulassen, dass er dich findet … “

Meditieren Sie über das Ganze, indem Sie der Situation, Ihrem Kind, sich selbst und Ihrer Familie Ihre volle Aufmerksamkeit schenken. Auf diese Weise können Sie vielleicht über das Denken hinausgelangen, so positiv und umfassend es auch sein mag, und intuitiv mit Ihrem ganzen Wesen (Ihren Gefühlen, Ihrer Intuition, Ihrem Körper, Ihrem Geist und Ihrer Seele) wahrnehmen, was wirklich zu tun ist. Wenn Ihnen das nicht in jedem Augenblick klar ist, ist es vielleicht am besten, gar nichts zu tun, bis es klarer geworden ist. Manchmal ist es gut, einfach still zu bleiben.

 

7. Gegenwärtig sein!

Üben Sie sich im stillen Gegenwärtigsein. Diese Fähigkeit kann sich sowohl aus der formellen als auch aus der nicht-formalen Achtsamkeitspraxis entwickeln, wenn Sie darauf achten, wie Sie sich verhalten und was Sie mit Körper, Geist und Ihren Worten ausdrücken. Hören Sie sich selbst sorgfältig zu.

 

8. In jeden Augenblick hineingehen

Lernen Sie, mit Anspannungen zu leben, ohne dass Sie Ihr Gleichgewicht verlieren. In seinem Buch Zen in der Kunst des Bogenschießens beschreibt Eugen Herrigel, wie er lernte, im Augenblick größter Anspannung mühelos dazustehen, ohne den Pfeil abzuschießen. Im richtigen Augenblick schießt der Pfeil sich auf geheimnisvolle Weise selbst ab. Tun Sie das, indem Sie üben, in jeden noch so schwierigen Augenblick hineinzugehen, ohne irgend etwas verändern zu wollen und ohne ein bestimmtes Ergebnis zu erwarten. Bringen Sie einfach Ihr volles Gewahrsein und Ihre Präsenz in diesen Augenblick hinein.

Üben Sie sich darin, zu sehen, dass alles, was in Erscheinung tritt, zu verarbeiten ist, wenn Sie bereit sind, auf diese Weise in der Gegenwart zu sein und dabei auf ihre Intuition und auf ihre Instinkte zu vertrauen. Für Ihr Kind ist es, insbesondere, wenn es noch sehr jung ist, wichtig, dass Sie ein Zentrum der Ausgewogenheit und Vertrauenswürdigkeit sind, ein verlässlicher Orientierungspunkt, mit dessen Hilfe es Punkte in seiner eigenen Landschaft anpeilen kann. Pfeil und Ziel brauchen einander. Etwas erzwingen zu wollen führt zu nichts. Sie finden einander besser durch weise Aufmerksamkeit und Geduld.

 

9. Entschuldigungen wirken heilend

Entschuldigen Sie sich bei Ihrem Kind, wenn Sie sein Vertrauen auch nur geringfügig verletzt haben. Entschuldigungen wirken heilend. Wenn Sie sich entschuldigen, bringen Sie dadurch zum Ausdruck, dass Sie über die fragliche Situation nachgedacht haben, dass Sie sie nun klarer sehen und vielleicht auch die Sicht des Kindes besser verstehen. Doch sollten wir uns andererseits auch davor hüten, dass uns zu oft etwas leid tut. Wenn wir uns zu häufig entschuldigen, wenn wir uns das zur Gewohnheit machen, verliert es seinen Sinn. Dann kann es dazu führen, dass wir die Verantwortung für unsere Handlungen nicht in vollem Umfang übernehmen. Behalten Sie das im Auge. Hin und wieder im Gefühl echter Reue zu schmoren, ist eine gute Meditation. Schalten Sie den Herd nicht ab, bevor das Essen fertig ist.

 

10. Jedes Kind ist individuell

Jedes Kind ist einzigartig, und jedes Kind hat ganz spezielle Bedürfnisse. Jedes sieht die Welt auf seine eigene, einzigartige Art und Weise. Bewahren Sie ein Bild jedes Ihrer Kinder in Ihrem Herzen. Lernen Sie das Wesen eines jeden einzelnen Kindes zu würdigen, und wünschen Sie all Ihren Kindern das Beste.

 

11. Klar, stark und unmissverständlich sein

Es gibt sehr wichtige Situationen, in denen wir uns darin üben müssen, unseren Kindern gegenüber klar, stark und unmissverständlich zu sein. Bemühen Sie sich darum, in solchen Fällen, so gut Sie können, aus Gewahrsein, Großzügigkeit und Unterscheidungsvermögen heraus zu handeln, statt aus Angst, Selbstgerechtigkeit oder dem Bedürfnis, die Situation zu kontrollieren. Achtsamkeit bedeutet nicht, dass wir als Eltern übermäßig nachsichtig, nachlässig oder schwach sind, und ebensowenig, dass wir rigide und dominant sind und alles kontrollieren.

 

12. Eine ständige innere Arbeit

Das größte Geschenk, das Sie Ihrem Kind machen können, sind Sie selbst. Deshalb besteht ein Teil Ihrer Aufgabe als Mutter oder Vater darin, an Selbsterkenntnis und Gewahrsein zu wachsen. Wir müssen im gegenwärtigen Augenblick verwurzelt sein, um unsere tiefsten und besten Aspekte mit anderen teilen zu können. Dies ist eine ständige innere Arbeit, aber sie kann dadurch unterstützt werden, dass wir regelmäßig eine Zeitspanne für stille Kontemplation reservieren – wie auch immer uns das am meisten zusagt. Wir haben nie etwas anderes als das Jetzt. Wir haben immer wieder von neuem die Gelegenheit, es zu unserem Besten zu nutzen, um unserer Kinder und um unserer selbst willen.

 

Aus dem Buch: Mit Kindern wachsen